Ghost Recon Future Soldier - Unsere Gedanken zum Multiplayer
Mittwoch, den 23. Mai 2012 um 00:00 Uhr

Am 09. April beendete Ubisoft die Closed Beta zum Multiplayer von Ghost Recon Future Soldier, nachdem die Entwickler die Beta noch verlängert hatten. Unser Forenmitglied Kaidan hat für Uns den Multiplayer auf der PS3 auseinander genommen und einige grundlegende Aspekte des Multiplayer erklärt. Was gefällt? Was stört? Und vor allem, hat Ghost Recon überhaupt das Zeug zumindest aus Multiplayer-Sicht neue Maßstäbe zu setzen und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzten?

Ghost Recon: Future Soldier - Multiplayer Beta 

Für lange Zeit hörte man gar nichts mehr vom neuen Ghost Recon Ableger und so kochte die Gerüchteküche mit Infos darüber, dass man die Entwicklung daran eingestellt hätte. Doch dann kam Ubisoft und überraschte uns plötzlich mit einer Beta des Multiplayers, welches leider nur für eine geschlossene Gesellschaft war. Nichtsdestotrotz hatten Shira und ich Glück und konnten uns jeweils einen Beta Key ergattern. Also seid nicht traurig, wenn ihr nicht daran teilnehmen konntet. Wir werden versuchen die wichtigsten Infos und unsere persönlichen Eindrücke, so gut wie möglich, zu präsentieren, damit ihr ebenfalls einen guten Eindruck davon bekommt.

Ob der Third Person Taktik Shooter aus der Masse hervorstechen kann und mehr ist, als ein weiteres Glied im Shooter Einheitsbrei?

Täglich grüßt das Murmeltier

Vielleicht kennt ihr ja den Film, indem eine Person immer und immer wieder den gleichen Tag erlebt. So ging es auch mir im Multiplayer und das schon beim Starten. Denn die Uplay Anmeldung bei den Ubisoft Servern hat solch enorme Macken, dass sie sehr häufig mal ausfallen und es öfters mal zu Verbindungsabbrüchen kommt, sodass man entweder komplett aus dem Spiel geworfen wird oder man endlos im Ladebildschirm hängt. Sowas ist gar nicht schön, vor allem nicht für einen Multiplayer. Ich hoffe nur, dass das im fertigen Spiel etwas stabiler läuft.

Teamarbeit ist das A und O

Ihr könnt gleich zu Anfang zwischen 2 Teams auswählen, zum einen wäre das Team Ghost und zum anderen Team Bodark. Nachdem ihr euch entschieden habt, geht’s auch schon los und ihr werdet entweder in das Alpha oder Bravo Team gesteckt, das erfolgt wahllos, darüber könnt ihr leider nicht bestimmen. Insgesamt seid ihr also 6 Spieler, die jeweils in zwei 3er Teams aufgeteilt werden. Blöd ist es nur, wenn man mit seinen Freunden spielt und diese plötzlich bei den gegnerischen Teams landen oder im falschen Unterteam. Also das Joinen klappt meiner Meinung auch nicht so ganz, wie man es sich vorstellt. Aber darüber hinaus, wenn man es endlich mal geschafft hat ins Spiel zu kommen, dann erwartet euch wirklich ein Taktik Shooter. All die CoD Jünger, die gerne mal einen auf Rambo machen, werden hier schnell eines besseren belehrt. Ohne das Team schaffst du im Multiplayer gar nichts und bist schneller tod, als du zählen kannst. Deshalb ist die Kommunikation essentiell. Klar ist die Verständigung innerhalb des Teams in einem Multiplayer wichtig, aber gerade in diesem Spiel ist sie noch eine Spur wichtiger. Und deshalb würde ich sogar mal die vage Vermutung aufstellen, dass wenn man dieses Spiel mit seinen Freunden spielt, es umso intensiver ist, als jeder andere Multiplayer. Gerade weil Ghost Recon auf so viel mehr Teamarbeit setzt, was ich in anderen Spielen nicht so oft erlebe.

Zielen muss geübt sein

Vielleicht liegt es auch nur am PS 3 Controller, aber mir kam die Steuerung meistens sehr schwammig vor, gerade im Vergleich zu anderen Third Person Shootern, wie z.B. Gears of War 3. Aber wie gesagt, vielleicht liegt's wirklich nur am Controller, aber ich hatte immer das Gefühl, dass ich bei Gears of War 3 mit dem Xbox Pad besser und genauer zielen konnte, als in einem Ghost Recon mit PS 3 Pad und ich bin ganz bestimmt kein Noob in Sachen Shootern. Natürlich ist es nicht gleich so, dass man bei Ghost Recon kein Scheunentor trifft, aber es käme dem schon nahe. Denn das normale Zielen, wo man mit der L1 Taste ranzoomt, wirkt oft unpräzise, so als ob die Entwickler einfach keine Lust mehr hatten es weiter zu verfeinern und deshalb noch die Funktion „Kimme und Korn“ einbauten, die man mit dem rechten Analogstick aktivieren kann. Diese hingegen wirkt schon viel ausgereifter und präziser. Aber meiner Meinung ist mir der Zoom viel zu hoch, aber das ist ja nur subjektiv. Manche können auch nicht genug Zoom haben.

Abwechslung muss sein

In der bisherigen Beta gab es 2 verschiedene Modi (im fertigen Spiel wird es natürlich viel mehr geben), zum einen Konflikt. Dabei werden immer wieder verschiedene Aufgaben angezeigt, wie z.B. „zünde ein EMP, der sich irgendwo auf der Karte befindet oder schalte Zielperson XY aus, während diese Person versuchen muss an ein Datengerät zu kommen, um irgendwelche Informationen hochzuladen.“

Für das Erfüllen der Aufgaben gibt es natürlich Punkte, die sich sowohl in eurer Bewertung, als auch in eurem Level auswirken.

Bei einem Gleichstand entscheiden die Team Aktionen über den Sieg. Dazu zählen bspw. die Hacks eines EMP Geräts. Wenn man dabei seinen Teamkollegen Rückendeckung gibt, geht das Hacken wesentlich schneller und man wird am Ende besser bewertet. So belohnt euch das Spiel und gibt euch positives Feedback für die erfolgreiche Teamarbeit. Wie gesagt, Alleinunterhalter und einsame Wölfe haben bei Ghost Recon nichts verloren. Hier zählt nur die gemeinsame Arbeit im Team.

Beim Modus „Saboteur“ liegt eine Bombe im Mittelpunkt der Karte und jedes Team muss versuchen diese Bombe in der gegnerischen Basis zu zünden. Schafft es bis zum Ablauf der Zeit kein Team sie zu zünden, entscheiden wieder die Team Aktionen über einen Sieg.

David gegen Goliath

Als ich den Multiplayer zum ersten mal gespielt habe, hatte ich echt großen Spaß daran, weil ich ohne viel Mühe, sowohl gewonnen, als auch viele Kills hatte und wenige Tote. Vermutlich lag es nur daran, dass ich gegen viele Anfänger gespielt habe und das gegnerisch Team weder ein Clan, noch eine richtige Gemeinschaft waren. Doch als ich den Multiplayer von Ghost Recon Future Soldier nach ein paar Tagen wieder gespielt habe und ich einem eingespielten Clan entgegentreten musste, die sich vermutlich via Sprachchat alle möglichen Taktiken überlegt hatten und auch noch alle 2 Maps (Pipeline und Mühle) in- und auswendig kannten, war es mehr eine Tortur, als ein Segen. Da gab es nicht mal eine Chance zu siegen, höchstens eine zum Überleben und die war auch nicht groß.


Worauf ich hinaus will? Haben sich die Entwickler eigentlich überhaupt Gedanken um das Balancing gemacht? Wohl kaum, denn ich merke nichts davon. Wenn man plötzlich vor Gegnern steht, deren Level enorm hoch sind und man als kleiner Level 5er oder sonst derlgleichen gegen solche Giganten spielen darf, ist das nicht gerade fair, vor allem wenn die Waffenupgrades sowas von überpowered sind.

Fazit

Mal abgesehen von all den gewaltigen Problemen, die es in der Beta gab, wie Freezes, Verbindungsabbrüche, Probleme mit dem Chat, Lags und ein Haufen witziger und weniger witziger Glitches, die das Spiel teilweise unspielbar machten, ist der Multiplayer keinesfalls schlecht. Nur ist er eben auch nichts für die große Masse. Gerade durch das unfaire Balancing werden die Gelegenheitsspieler mehr als nur abgeschreckt und fast schon vertrieben. Hier werden überwiegend nur Hardcore Gamer und Clan Liebhaber ihren Platz finden, um ihrem Hobby zu frönen. Denn Anfänger haben in diesem Multiplayer so gut wie keine Chancen. Die Hardcore Gamer mag es sicherlich freuen, dass sie sich nicht mit noobigen Kiddies rumschlagen müssen, aber auf der anderen Seite ist es auch sehr einseitig. Ob nun Ghost Recon Future Soldier eine wirkliche Konkurrenz zu CoD oder Battlefield werden könnte, mag ich mal zu bezweifeln. Für einige Monate wird es sicherlich mal angesagt sein, aber danach wird es auch nur noch ein Spiel unter vielen sein.

 

 
Diese Seite bei Facebook, Twitter und/oder Google+ empfehlen: